Sabine – Autorin des Blogs ReiseSpatz liebt Mietwagen-Touren, ungewöhnliche Reiseziele und Familien-Abenteuer. Für permondo hat Sabine passend zum Thema Reisen mit Kind über ihren Familientrip nach Namibia geschrieben… viel Freude beim Lesen!

// Gastartikel von Sabine – ReiseSpatz.de //

Reisebloggerin Reisespatz

Abenteuer pur:  Namibia mit Kindern

Wir hatten dreieinhalb Wochen Zeit für das großes Abenteuer in Namibia. Die Lodges haben wir uns bereits zu Hause ausgesucht und gebucht. Das würde ich auch wieder so machen, denn die Fahrstrecken sind weit und das Land ist mit zwei Millionen Einwohner extrem dünn besiedelt. Mit Kindern ist es einfach entspannter, nach einer langen Fahrt das Ziel zu kennen und sich nicht mehr um eine Unterkunft bemühen zu müssen. Für uns ging es von München los, mit Zwischenstopp in Johannesburg und dann weiter nach Windhoek. Bei dem langen Nachtflug haben unsere Jungs allerdings nicht besonders viel geschlafen, aber wann darf man schon so viele Filme hintereinander sehen? So  verging der Flug wenigsten relativ schnell. Angekommen in Windhoek waren wir alle natürlich sehr müde und haben uns die kleine, multikulturelle Landeshauptstadt nur in groben Zügen angesehen. Windhoek bietet aber in unseren Augen auch nicht viel Sehenswertes. Eine Nacht zur Akklimatisation reicht völlig. Dadurch, dass es keine  Zeitverschiebung gibt, waren wir nach einer Nacht ausgeruht und bereit für unser großes Abenteuer.

Übrigens: die optimale Reisezeit mit Kinders ist der europäische Sommer, denn dann ist in Namibia Winter, das heißt Trockenzeit. Die Temperaturen sind angenehm und es besteht kaum Malariagefahr. Auch für Tierbeobachtungen ist es die beste Zeit.

Auf ging es mit unserem Mietauto nach Süden in die Kalahari. Highlight der Halbwüste sind die Sanddünen bei Mariental. Die Weite und Stille zog uns in ihren Bann. Hier kann man sich getrost zu Fuß aufmachen, um auf ausgewiesenen, einsamen Pfaden die Gegend zu erkunden, Raubtiere gibt es hier keine. Auf unserer Wanderungen machten wir  Zebras und Antilopen aus. Wir hätten ewig weiterlaufen können, doch die Sonne geht hier schnell unter und die Orientierung  wird dann schwer. Wir machten lieber zeitig kehrt. Am nächsten Tag gingen wir auf Safari, bei der kundige Rancher  viel über das Land und die Tiere berichteten. Wunderschön und der  krönende Abschluss jeder Safari ist ein Sundowner mitten in der Kalahari. In der unendlichen Weite genossen wir mit einem Drink in der Hand das Farbspektakel der untergehenden Sonne.

Der südlichste Punkt der Reise war die kleinen Stadt Keetmanshop. Nahe der Stadt befinden sich die außergewöhnlichen Köcherbäume. Die Bäume haben sich den klimatischen Bedingungen bestens angepasst und können das wenige Wasser optimal speichern. Überall verstecken sich dort die kleinen Klippschliefer, die wie pummelige Kaninchen aussehen, jedoch mit Elefanten und Seekühen verwandt sind, unglaublich! Die Kinder konnten sich wegen der niedlichen Tierchen gar nicht mehr los reißen. Besonders schön ist die Szenerie im untergehenden Licht der Sonne!

Bald verließen wir die asphaltieren Straßen (gibt es in Namibia übrigens nicht so viele) und wir düsten weiter über die einsamen Sand- und Schotterpisten mit dem Ziel Tiras Gebirge. Wir erlaubten unseren Kindern, auf weiten Fahrstrecken, sich die Zeit mit Hörspielen oder  Nintendo & Co zu vertreiben, damit wir in Ruhe den Ausblick genießen konnten.

Das Tiras-Gebirge ist der Insidertipp für Naturliebhaber und Wanderlustige. Das Granitmassiv erhebt sich hoch über der Ebene. Beim Klettern genießt man atemberaubende Ausblicke in die Tiras Fläche und in die Weite der Namib. Das Klettern im Gebirge machte unseren Jungs unglaublichen Spaß und das, obwohl sie zuhause überhaupt nicht gerne wandern gehen! Wir fühlten uns wie die letzten Menschen auf Erden, rundum nur Weite und Natur, mit einer allumfassenden Stille. In der einzigartigen Koiimasis Ranch entspannten wir wunderbar und genossen die Natur. Ein echter Traum.

Dünen Afrika Namibia

Ausgestattet mit genügend Wasser und Keksen ging es weiter  in den Sossusvlei, der größte Sandkasten der Welt. Auch unser Großer, der sich sonst nicht mehr mit sandspielen aufhält, konnte sich dafür begeistern! Die Sanddünen im Herzen der Namib-Wüste bieten  grandiose Farbschauspiele bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Die großen Sterndünen zu erklimmen ist gar nicht so einfach, aber äußerst lohnenswert. Auf dem Kamm der Düne 45 bewunderten wir die untergehende Sonne. Am nächsten Tag, bei Sonnenaufgang,  ging es mit unserem Allrad in das Deadvlei, ein großes Abenteuer! Im Sand zu fahren, fühlt sich so ähnlich an wie Schnee, nur schwieriger! Eine echte Herausforderung! Aber wir hatten es geschafft und bestaunten im kühlen Morgenlicht die Dünen und vertrockneten Kameldornbäume des Deadvlei.

Ein absolutes Kontrastprogramm zur Wüste ist die Küste Namibias. Von der Wärme der Wüste in die neblige Kühle der Küste! In der Lagune von Walvis Bay tummeln sich zahlreiche Seevögel neben Robben und Delfinen. Auf einer Katamaranfahrt konnten wir die Tiere  ganz nah sehen. Die Kinder durften die Möwen mit Fisch füttern.

Unser Hotel hatten wir in Swapkopmund, eine alte Kolonialstadt an der Küste, am Rande der Wüste. Überall findet man deutsche Vermächtnisse: deutsche Straßennamen, Bäckereien mit deutschem Brot und Gepäck, ein Brauhaus oder auch deutsch sprechende Afrikaner. Wirklich seltsam! Ein echter Tipp: knapp eine Stunde gen Norden fahren, zur riesigen Robbenkolonie Cape Cross, ein tolles Erlebnis für die ganze Familie.

Nach den feuchten und kühlen Tagen waren wir froh, als es in das Erongo Gebirge weiter ging. Das vulkanische Massiv  entstand vor über 20 Mill. Jahren, als der Vulkan Lava und Asche spie. Das Erongo Massiv mit seinen vielfältigen Steinformationen und Höhlen ist ein echtes Eldorado für Entdecker und Kletterer. Wieder waren unsere Kinder kaum zu bremsen! Stundenlang kletterten wir über die Felsen und erforschten das Gebiet. Eine einfache, gemütliche Farm diente uns als Unterkunft. Der Hund der Familie hatte es unseren Kindern angetan und sie verbrachten die restliche Zeit damit, dem Hund Kunststücke beizubringen.

Unser nächstes Ziel, weiter im Landesinnere, war Twyvelfontein im Damaraland. Die dortigen Felsgravuren wurden 2007 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Zusammen mit einem Führer erforschten wir die Felsgravuren. Der kundige Führer machte uns auf viele interessante Details aufmerksam und erklärte uns die Bedeutung der Gravuren. Die Zeichnungen zu enträtseln amüsierte unsere Jungs sehr. Ausruhen konnten wir uns in der Twyvelfontein Lodge. Sie ist zwar etwas größer als andere Lodges, aber sehr schön in die Natur integriert. Mein Tipp für ein besonderes Erlebnis:  unbedingt eine Safari zu den seltenen Wüstenelefanten mitmachen!

Afrika erkunden mit Kindern

Über die Ugab-Terrassen mit dem beeindruckenden Tal des Ugab Rivers und seinem einzigartigen Vingerklip ging es in den Norden, zum größten und berühmtesten Nationalparks Namibias. Im Etosha National Park mit seiner offenen Buschsavanne lässt sich die artenreiche Tierwelt super beobachten. Der Reiz des Parkes liegt wie überall in Namibia vor allem in der Weite und Leere. Der Name Etosha bedeutet so viel  wie „großer Platz des trockenen, weißen Wassers“. Nur circa ein Fünftel des Parks ist für Besucher erschlossen. Inmitten des Parks liegt eine große, weiße, salzverkrustete Pfanne, daher auch der Name.

Endlich war es soweit: auf zur Safari in den Etosha Park! Das Highlight schlechthin für die Kinder. Mit dem Mietauto gingen wir mehrere Tage auf die Pirsch. Von Wasserloch zu Wasserloch. Wir sahen riesige Tierherden mit hunderten von Zebras. Wir bestaunten Antilopen, imposante Elefanten und Nashörner und sogar Löwen und Geparden und viele Tiere mehr. Welch ein unvergleichliches Erlebnis! Hier kommen Tierliebhaber voll auf ihre Kosten! Besonders in der Trockenzeit kann man viele Tiere an den Wasserlöchern entdecken. Wir konnten uns an den Tieren nicht sattsehen. Ein echter Übernachtungstipp mit Kindern sind die Zeltunterkünfte im Taleni Camp am Rande des Parks: Zelten mit echten Betten sowie Duschen und Toiletten, die halb im Freien sind.

Der letzte Stopp unserer Reise befand sich zwischen Otjiwarongo und Okahandja: Okonjima, welches zur Africat Foundation gehört. AfriCat bemüht sich um den langfristigen Erhalt der namibischen Großkatzen. Dort gingen wir mit einem erfahrenen Rancher auf Safaris zu den Raubkatzen. Wir erlebten Geparden und Leoparden zum greifen nah, direkt neben unserem Jeep. Zu Fuß, mit dem Ranchen unterwegs im dornigen Gestrüpp, kamen wir einer schläfrigen Hyäne sehr nah. Das waren sicherlich die unvergesslichsten Momente für unsere Jungs!

Obwohl es dreieinhalb Wochen quer durch Namibia ging, waren wir uns einig: es hätte ruhig etwas länger sein könne. Aber wie das so ist, auch der schönste Urlaub geht vorbei. Aber eins ist klar, in Namibia waren wir nicht das Letzte Mal!