Kerstin und Constantin das sind 2MalWeg: Im August 2013 haben die beiden Münchner beschlossen sich eine Auszeit zu nehmen und sich für ein unbestimmte Zeit ganz dem Reisen zu widmen. Im November 2013 ging es dann los. Seither reisen die zwei um die Welt. Mal als Backpacker, mal als Wanderer, mal als Motorradfahrer. Reiseberichte, Tipps, Fotos und Geschichten gibt es fast täglich auf ihrem Blog www.2malweg.eu. Heute gibt es auf permondo einen Kommentar zum Thema Reiseplanung! Viel Spaß beim Lesen.

Reiseblog 2MalWeg

Kommentar von Kerstin & Constantin – 2MalWeg

No Plan is a good Plan

Sarah von permondo bat uns einen Kommentar zum Thema Reiseplanung beizusteuern. Na, da ist sie an die Richtigen geraten: Wir sind seit über 15 Monaten unterwegs und das Ganze eigentlich mehr oder weniger planlos.

Und genau das ist denn auch unser Credo: Übertreibt es nicht mit der Planung, ihr nehmt euch dadurch viel Spontanität und Flexibilität beim Reisen weg.

Natürlich gab es vor unserem Reisebeginn einen grobe Planungsphase: Zuerst wollten wir mit dem Rucksack durch Nepal und Südostasien reisen. Die zweite große Etappe war dann als Motorradtour von Deutschland in den Iran und zurück über Osteuropa angedacht. Hier entschieden wir uns dann für unsere Rucksacktour durch Südamerika.

Aber Details, von wo nach wo oder gar wann wir wo sein wollten, waren nicht Teil unserer ‚Planung‘. Wir hatten lediglich den Flug nach Kathmandu gebucht und die 18-tägige Annapurna Trekking Tour; letzteres auch nur, weil ein Bekannter einen guten Guide kannte. Alles weitere ergibt sich dann von ganz alleine, weil man z.B. in Asien meist nur 30 Tage Visa erhält (das aber fast immer direkt bei der Einreise) und man dann eh schauen muss wohin es als nächstes geht.

Die wenigen Flugtickets haben wir konsequent nur One-Way gebucht. Einfach weil wir uns nicht auf ein Rückreisedatum und einen Abflugort festlegen wollten. In der gleichen Weise sind wir jetzt auch gerade in Südamerika unterwegs. Wir wissen ungefähr wann wir wieder zurück sein wollen, aber von wo wir fliegen und wann genau – ‚Schau’mr mal‘.

 

„Wir sind gut im Reisen, aber schlecht im ankommen“ (frei nach Albert Einstein)

Das Schöne am Reisen ohne Plan ist, das man sich die Freiheit erhält spontan die Richtung zu wechseln. Viele unserer Entscheidungen, an diesen oder jenen Ort zu reisen, sind nicht aus intensiver Lektüre eines Reiseführers entstanden, sondern aus Gesprächen mit anderen Reisenden oder auch Einheimischen, die uns ihre Lieblingsorte verraten haben. Auch ohne Lonely Planet in der Hand landet man an touristisch interessanten Flecken der Länder. So sind wir z.B. in Nepal im Chitwan National Park gelandet (von dem wir vorher nie was gehört hatten, der aber natürlich auch in jedem Reiseführer zu finden ist), in Laos in Muang Ngoi oder in Kambodscha auf Rabbit Island.

Manchmal kommt die Inspiration aber auch durch einen Blick auf eine Strassenkarte (z.B. im Iran bei unserer Fahrt über Sepid Dasht nach Isfahan) oder weil der Flieger von A nach B billiger ist als nach C (deshalb waren wir in Indonesien und nicht auf den Philipinien – der Flug von Hanoi war einfach günstiger).

Planlos Reisen ist heute kein Problem mehr. Flüge sind dank Reise-Apps schnell gefunden und gebucht. Bei skyscanner z.B. kann man auch nach ‚von Hanoi irgendwo hin, hauptsache billig‘ suchen. Reiseblogs (wie 2MalWeg) geben Tipps und Inspiration. WikiTravel ist unser Online-Reiseführer (oder auch offline auf dem Handy) und mit der richtigen Kreditkarte gibt es überall Bargeld. Selbst komplette Reiseführer gibt es entweder im Book Exchange im Hostel oder auch als E-Book zum Download auf Kindle und co.

Hostels gibt es in (fast) allen touristischen Orten zu Hauf. Auch hier gilt: weniger planen ist mehr. Wir buchen in den seltensten Fällen die Unterkunft im Voraus (lediglich bei Ankunft spät abends oder in einer Großstadt). Das hat den Vorteil, dass wir bei Ankunft erst mal ein paar Hostels angucken und ggf. auch den Preis verhandeln können. In Peru z.B. werden die Hostelzimmer im Internet teurer verkauft, als an Laufkundschaft. Preise sind immer verhandelbar! Es hilft eventuell, sich vorher im Internet (z.B. Tripadvisor) über Übernachtungsmöglichkeiten zu informieren und die Bewertungen anderer anzusehen, aber ein Blick ins Hostel vor Check-In ist immer noch das Beste was wir empfehlen können. Keine Angst in laut Internet fast ‚ausgebuchten‘ Orten: es gibt immer noch was!

Zugegeben, ohne Internet wäre das Ganze nicht machbar, aber Internet ist heute ja glücklicherweise überall verfügbar. Außerhalb von Deutschland sogar meist kostenlos in jedem Guesthouse, Hostel, Pension oder Hotel.

Planlos reisen macht aber nur dann glücklich, wenn man bereit ist auch etwas zu verpassen. Wer die Liste mit dem ‚Top Ten Insider Tipps für Thailand‘ unbedingt abreisen muss, der braucht auch einen Plan. Wer sich lieber überraschen lässt und sich dafür später auch nicht ärgert wenn man gefragt wird „Warum wart ihr denn nicht bei den Iguazu Wasserfällen, wenn ihr schon in Argentinien wart? Die sind doch das Tollste!“, der reist ohne Plan entspannt und erlebt – das ist unsere Erfahrung – mehr als die To-See-Liste-Reisenden.

In diesem Sinne: „Wir waren noch nicht überall – aber es steht auf unserer Liste“

Viel Spass beim Reisen!

2mw_Selfies

P.S.: Noch ein Tipp zum Reisen per One-Way Ticket nach und innerhalb Südamerika: Viele Fluglinien wollen einen Rück- bzw Weiterreisenachweis beim Check-In sehen. Angeblich weil das den Einreisebestimmungen des Ziellandes entspricht. Blödsinn. Wir haben noch kein Land entdeckt wo dies der Fall ist. Leider bestehen trotzdem viele Airlines darauf. Oft kann man aber auch per Bus oder Fähre aus dem Land weiterreisen und günstige Tickets über das Internet buchen. Solche „Nachweise“ werden in der Regel auch akzeptiert. Bei der Einreise in ein Land hat uns noch nie jemand nach einem Weiterreiseticket gefragt.